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Donnerstag, 9. Juli 2015
schwäbisch hall
Nachts haben Durchsagen in Zügen, Flugzeugen oder auf Schiffen etwas Heimeliges und doch Melancholisches, das sich schwer beschreiben lässt.
Sonntag, 29. März 2015
nie besser als spät
Drei Tage vor meinem Wegzug aus Marburg war ich heute zum ersten Mal im Kunstverein. Das sind ja wirklich schöne und auch große Räume, und die derzeitige Ausstellung (»Angesicht« von Johannes Heisig, überwiegend großformatige Porträts) lohnt sich auch. Da hätte ich die letzten zwölfeinhalb Jahre vielleicht mal öfter hingehen sollen.
Donnerstag, 26. März 2015
huch und so
Ich habe mich gerade bei folgendem Gedanken ertappt: »Ach, eine E-Mail schreiben ist so umständlich, vielleicht solltest du da einfach mal anrufen.«
Werde ich alt? Was passiert mit mir?
Werde ich alt? Was passiert mit mir?
Dienstag, 18. November 2014
ich will:
Es endlich hinter mir haben.
Und das geht nicht mehr.
Seit ich denken kann, gab es immer etwas, was ich hinter mir haben wollte und konnte: Abitur, Zivildienst, Studium, Abschlussarbeit, Prüfungen, Auswahlverfahren, Doktorarbeit. Aber jetzt habe ich das hinter mir; und weil ich mich nicht habilitieren will und genug vom Hürdenlaufen habe, gibt es nichts mehr zum Hinter-mich-Bringen. Nach 33 Jahren muss ich anfangen mir zu überlegen, wie ich in einer Weise leben will, die nicht mehr provisorisch ist; und jetzt und hier die Ruhe finden, die ich immer hinter der letzten Hürde finden wollte, weil ich jetzt verdammt nochmal hinter der letzten Hürde stehe.
Das ist gar nicht mal so einfach! Aber ich bin dran.
Und das geht nicht mehr.
Seit ich denken kann, gab es immer etwas, was ich hinter mir haben wollte und konnte: Abitur, Zivildienst, Studium, Abschlussarbeit, Prüfungen, Auswahlverfahren, Doktorarbeit. Aber jetzt habe ich das hinter mir; und weil ich mich nicht habilitieren will und genug vom Hürdenlaufen habe, gibt es nichts mehr zum Hinter-mich-Bringen. Nach 33 Jahren muss ich anfangen mir zu überlegen, wie ich in einer Weise leben will, die nicht mehr provisorisch ist; und jetzt und hier die Ruhe finden, die ich immer hinter der letzten Hürde finden wollte, weil ich jetzt verdammt nochmal hinter der letzten Hürde stehe.
Das ist gar nicht mal so einfach! Aber ich bin dran.
Donnerstag, 6. November 2014
die besten entscheidungen meines lebens
- Philosophie studieren
- eine ordentliche Stereoanlage anschaffen
Samstag, 12. April 2014
aber sonst
Ich hatte ja mal promotionsbedingt längere Zeit aufgehört, Facebook-Statusupdates zu schreiben. In dieser Zeit habe ich das Schönste aus meiner ganzen vorausgehenden Produktion an ephemerem Quatsch zu einer kleinen Sammlung zusammengetragen, die vielleicht einigen von euch Freude macht: mawas kompendium.
Freitag, 11. Oktober 2013
gaspreis
Das Jahr 1990 war ein spannendes und schlimmes Jahr für mich als Kind, unter anderem deswegen, weil damals im Spätsommer in der so genannten »Aktion Lindwurm« über 100 000 Giftgasgranaten aus einem Depot bei Clausen, 40 Kilometer Luftlinie von meinem Elternhaus entfernt, unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen zur Vernichtung abtransportiert wurden. Ungefähr um dieselbe Zeit begann die großangelegte Munitionsräumung auf dem Gebiet der ehemaligen Giftgasfabrik Espagit bei Hallschlag in der Vulkaneifel, die zwanzig Jahre dauern sollte. Dass gleich an zwei Orten meines Heimatlandes die Einwohnerschaft darauf vorbereitet sein musste, bei Sirenenalarm Gasschutzhauben anzuziehen, prägte sich mir tief ein, und die Berichte auf Südwest 3 habe ich 23 Jahre später immer noch vor Augen. Der erste Golfkrieg lag gerade zwei Jahre zurück, der Imhausen-Prozess lief, Saddam Husseins, Muammar al-Gaddafis und sonstige Gasarsenale waren tägliches Pressethema.
Seit ich zum ersten Mal davon gehört habe, dass die Vernichtung nahezu aller größeren C-Waffen-Bestände der Welt nicht nur beschlossen wurde, sondern tatsächlich auch seit Jahren effektiv umgesetzt wird, erzähle ich gerne anderen Leuten davon. Kaum jemand weiß das nämlich. Das wird sich mit der heutigen Vergabe des Friedensnobelpreises für die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sicher ändern. Und das ist gut. Denn dass sich irgendwann keine Achtjährigen mehr im tiefsten Frieden davor fürchten müssen, dass man lastwagenweise Kampfstoffe durch ihr Dorf fährt, ist nur die kleinste und unwichtigste Facette dieses größten Abrüstungsprogramms der Menschheitsgeschichte.
Seit ich zum ersten Mal davon gehört habe, dass die Vernichtung nahezu aller größeren C-Waffen-Bestände der Welt nicht nur beschlossen wurde, sondern tatsächlich auch seit Jahren effektiv umgesetzt wird, erzähle ich gerne anderen Leuten davon. Kaum jemand weiß das nämlich. Das wird sich mit der heutigen Vergabe des Friedensnobelpreises für die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sicher ändern. Und das ist gut. Denn dass sich irgendwann keine Achtjährigen mehr im tiefsten Frieden davor fürchten müssen, dass man lastwagenweise Kampfstoffe durch ihr Dorf fährt, ist nur die kleinste und unwichtigste Facette dieses größten Abrüstungsprogramms der Menschheitsgeschichte.
Dienstag, 17. September 2013
b-b-b-b-b-b
Schon vor längerer Zeit habe ich (noch auf dem alten Blog) einen Artikel dazu geschrieben, welche wenig auffälligen Dinge sich seit meiner Kindheit so verändert haben. Was mir eben, da in Marburg gerade wahrscheinlich mehr Straßen- und Platzfläche aufgerissen und/oder erneuert wird als jemals zuvor, noch dazu einfällt: Der gute alte Presslufthammer hat sich auch still aus meiner Lebenswelt verabschiedet. Heutzutage wird Straßenbelag meistens entweder mit dem Fugenschneider aufgesägt und dann mit einem hydraulischen Abbruchhammer (Anbaugerät am Bagger oder Minibagger) zerkleinert oder gleich mit der Kaltfräse weggenommen. Wenn man heute in der Stadt das nervtötende Hammergeräusch hört, dann wird meistens mit Handwerkzeugen an Gebäuden herumgestemmt.
Samstag, 2. Juni 2012
radiokopf. oder: nacht in marburg.
(Nachtrag aus gegebenem Anlass: Es handelt sich hier um eine nahezu zeilengetreue und reimerhaltende Übersetzung des Texts von »Creep« von Radiohead. Ich bin nicht, ich wiederhole, nicht unglücklich verliebt. Zumindest nicht mehr als sonst. Bei der Entstehung mitgewirkt haben Tobias Weilandt, M.A., und cand. med. Henning Fischer.)
Als du vorhin da warst
Konnt ich nich nah bei dir sein
Du bist wie ein Engel
Bei deiner Haut muss ich wein'n
Du fliegst wie ne Feder
In ner wundervollen Welt
Ich wär gern besonders
Du bist so fucking besonders
Doch ich bin ein Eimer
Ich bin komisch
Was zum Teufel mach ich hier?
Ich gehör nicht hin hier
Ist mir egal ob es weh tut
Ich will die Kompetenz
Ich will nen perfekten Körper
Ich will ne Seele, die glänzt
Ich will, dass es dir auffällt
Wenn ich nicht hier bin
Du bist so fucking besonders
Ich wär gern besonders
Als du vorhin da warst
Konnt ich nich nah bei dir sein
Du bist wie ein Engel
Bei deiner Haut muss ich wein'n
Du fliegst wie ne Feder
In ner wundervollen Welt
Ich wär gern besonders
Du bist so fucking besonders
Doch ich bin ein Eimer
Ich bin komisch
Was zum Teufel mach ich hier?
Ich gehör nicht hin hier
Ist mir egal ob es weh tut
Ich will die Kompetenz
Ich will nen perfekten Körper
Ich will ne Seele, die glänzt
Ich will, dass es dir auffällt
Wenn ich nicht hier bin
Du bist so fucking besonders
Ich wär gern besonders
Doch ich bin ein Eimer
Ich bin komisch
Was zum Teufel mach ich hier?
Ich gehör nicht hin hier
Sie rennt raus aus der Tür
Sie rennt raus
Sie rennt, rennt, rennt
Rennt
Was macht dich bloß glücklich?
Was immer du willst
Du bist so fucking besonders
Ich wär gern besonders
Doch ich bin ein Eimer
Ich bin komisch
Was zum Teufel mach ich hier?
Ich gehör nicht hin hier
Ich gehör nicht hin hier
Samstag, 13. August 2011
landliebe
Für alle Leute, die sich nach dem ruhigen Landleben sehnen, möchte ich sicherheitshalber aus meiner Erfahrung aus nahezu 21 Jahren auf dem westpfälzischem Dorf Folgendes anmerken (gerade neulich wieder bekräftigt):
Auf dem Dorf ist es tagsüber nicht leise. Nie.
Auf dem Dorf ist es tagsüber nicht leise. Nie.
- Ich weiß bis heute nicht genau, was mit den jaulenden Gebläsen in die Speicher der Bauern gepustet wird (vermutlich Heu), aber die Dinger laufen den ganzen Tag durch und sind im gesamten Dorf hörbar.
- Wer nicht gerade den Rasen mäht, hält mit der Motorsense das Gestrüpp nieder oder gniedelt mit dem Kantentrimmer an den Gartenbrettern lang.
- Das Grollen eines Mähdreschers am Horizont gegen 22 Uhr 45 weckt nur bei ganz Eingefleischten Heimatgefühle.
- Wenn nachts Ruhe eingekehrt ist, kommt stets zum richtigen Zeitpunkt ein Moped vorbei.
- Ansonsten gilt: Es hat immer irgend jemand Brennholz zu sägen.
Montag, 4. Juli 2011
i'm getting sentimental over you
Handwerker legen gerade mit messerscharf gezogenen Kanten den letzten Schliff an eine der früher hässlichsten Ecken der Stadt an, die jetzt mit neuen Treppen, neuen Türen, neuen Briefkästen, neuen Vordächern dieselbe »Alles frisch saniert«-Optik verpasst bekommen hat wie große Teile der Republik, alles einheitlich in Eisenglimmer und Einscheibensicherheitsglas; und bei der Arbeit hören sie ganz laut die Commodores, mit einem wetterfesten und stoßgeschützten, akkubetriebenen Baustellenradio der Firma Makita.
Ich kann mir nicht helfen, aber ich mag dieses Land und ich mag diese Leute einfach.
Ich kann mir nicht helfen, aber ich mag dieses Land und ich mag diese Leute einfach.
Samstag, 4. Juni 2011
born to be alive
Ich habe mir jetzt tatsächlich auch mal das Video zu Lady Gagas »Born This Way« angeschaut, das die deutsche Feuilletons ins Rotieren gebracht hat. Was mir dazu einfällt: Irgendwie ist es enttäuschend, dass nach dem mystischen Vorgeplänkel dann bloß diese Musik kommt; aber andererseits, Progrock ist häufig letztlich auch nicht komplexer gewesen, und es ist doch irgendwie schön, wenn sich der aktuelle Pop dieselben aufgeblasenen Flachheiten, aus denen Konzeptalben schon immer bestanden haben, zu eigen macht. Und wie fast immer, wenn ich mal »normales« Radio höre, denke ich, dass sich bei chartgängiger Musik doch letztlich seit 1995 gar nicht so viel getan hat - ich warte immer irgendwie darauf, dass gleich Haddaway zu rappen anfängt.
Montag, 17. Januar 2011
das unbekannte land
Gerade beginnt die erste Woche meines Lebens als finanziell abgesicherter Vollzeitwissenschaftler. Das ist spannend, aber irgendwie auch beängstigend. Noch ist mir nicht klar, wie ich meine Tage jetzt organisieren werde. Da ich zunächst bis Ende des Monats einen Kongressbeitrag und eine Präsentation für das Kolloquium meiner Doktormutter fertig machen muss, zudem morgen noch einmal einen Termin im Zusammenhang mit meiner Tätigkeit im Hochschulrechenzentrum habe, macht sich keine Leere breit, aber spätestens im Februar bin ich ganz frei.
Interessanterweise ist ein sehr starker Impuls, den ich im Zusammenhang mit diesem Lebensabschnittswechsel verspüre, der, jetzt alle möglichen schon länger geplanten Anschaffungen durchzuführen. Das liegt nicht daran, dass ich als Stipendiat mehr Geld hätte als vorher, ganz im Gegenteil; ich komme auf knapp 100 Euro weniger netto, ohne die Chance, vom Finanzamt noch etwas zurückzubekommen, ich erwerbe keinerlei Rentenansprüche mehr (weder gesetzlich noch VBL) und vermögenswirksame Leistungen gibt's natürlich auch nicht. Aber es ist immer noch viel mehr, als ich als Student hatte, und ich war damals schon alles andere als arm, insofern ist das alles keine Beschwerde, sondern bloß eine Feststellung.
Wie gesagt: trotzdem das Bedürfnis, aufgeschobene Anschaffungen zu machen, wahrscheinlich einfach aus diesem Gefühl des Neuanfangs heraus, das man auch in einer neuen Stadt oder neuen Wohnung hat. Den Anfang macht ein Fahrrad. Wahrscheinlich wird es schon morgen geliefert. Nachdem ich mich von meinem MTB damals im Ärger getrennt habe, weil die Züge rosteten, die Reifen ständig platt waren, und ich mich bei jeder Fahrt damit verdreckte, gibt es jetzt den Gegenentwurf: Alles verkleidet, verdeckt verlegt und wartungsarm. Ich freue mich tatsächlich unheimlich.
Interessanterweise ist ein sehr starker Impuls, den ich im Zusammenhang mit diesem Lebensabschnittswechsel verspüre, der, jetzt alle möglichen schon länger geplanten Anschaffungen durchzuführen. Das liegt nicht daran, dass ich als Stipendiat mehr Geld hätte als vorher, ganz im Gegenteil; ich komme auf knapp 100 Euro weniger netto, ohne die Chance, vom Finanzamt noch etwas zurückzubekommen, ich erwerbe keinerlei Rentenansprüche mehr (weder gesetzlich noch VBL) und vermögenswirksame Leistungen gibt's natürlich auch nicht. Aber es ist immer noch viel mehr, als ich als Student hatte, und ich war damals schon alles andere als arm, insofern ist das alles keine Beschwerde, sondern bloß eine Feststellung.
Wie gesagt: trotzdem das Bedürfnis, aufgeschobene Anschaffungen zu machen, wahrscheinlich einfach aus diesem Gefühl des Neuanfangs heraus, das man auch in einer neuen Stadt oder neuen Wohnung hat. Den Anfang macht ein Fahrrad. Wahrscheinlich wird es schon morgen geliefert. Nachdem ich mich von meinem MTB damals im Ärger getrennt habe, weil die Züge rosteten, die Reifen ständig platt waren, und ich mich bei jeder Fahrt damit verdreckte, gibt es jetzt den Gegenentwurf: Alles verkleidet, verdeckt verlegt und wartungsarm. Ich freue mich tatsächlich unheimlich.
Montag, 13. Dezember 2010
tradeoff
Vorteil des Älterwerdens: Man denkt selbstständig und rechtzeitig ans Nägelschneiden, bevor es peinlich wird und/oder die Socken leiden.
Nachteil des Älterwerdens: Man muss jedes Mal längere Zeit nach dem irgendwohin verlegten Nagelknipser suchen.
Nachteil des Älterwerdens: Man muss jedes Mal längere Zeit nach dem irgendwohin verlegten Nagelknipser suchen.
Samstag, 27. November 2010
früherer
Mal ein paar Beobachtungen über die vergehende Zeit, die über »wir hatten damals nur drei Programme und keine Handys« hinausgehen: Als ich klein war, dort wo ich klein war (die Pfalz ca. 1986ff.) ...
... hatten nur die Autos amerikanischer Soldaten ein drittes Bremslicht.
... kochte man Wasser auf dem Herd. Wasserkocher waren kaum verbreitetet. Überhaupt wurde damals außerhalb der klassischen Teegegenden Norddeutschlands kaum Tee getrunken, und wenn, dann roter Früchte- oder Pfefferminztee. Sonst gab es kaum Sorten.
... kosteten Einkaufswagen keinen Pfand und hatten nur zwei Lenkrollen.
... wechselte man beim Auto noch selber das Öl, und genügend Leute ließen das Altöl einfach in den Rinnstein oder auf die Wiese fließen, um das zu einem Standard-Schulbuchbeispiel für eine Umweltsünde zu machen.
... wurde erheblich weniger Eisenbahn gefahren als heute, da es weder Schönes-Wochenende- noch Länder- noch Semestertickets in der heute üblichen Form gab.
... waren Toiletten üblicherweise Hochspüler mit freistehendem Spülkasten.
... war das tägliche Angebot an Kinder-Zeichentrickserien im Fernsehen selbst auf den Privatsendern noch erheblich kleiner, wurde aber wesentlich intensiver wahrgenommen.
... füllte die Sommerhitze die (allesamt unklimatisierten) Autos, egal ob neu oder gebraucht, mit Kunststoff- und Polsterausdünstungen, von denen Kindern bereits vor dem Losfahren schlecht wurde.
... hatte man seine Tiefkühlkost, wenn überhaupt, von Eismann oder Bofrost, weil der Lebensmittelhandel kaum welche verkaufte.
... und war das Schlemmerfilet, dieser fetttriefende Backstein aus Seelachs mit einer mehr oder minder genießbaren Kräuterkruste, noch eine nagelneue Innovation.
... waren Zahnpasta- und Cremetuben häufig noch aus Metall und plastisch verformbar, und sie kamen fast immer in einer überflüssigen Umschachtel aus Pappe, die ein beliebtes und starkes Symbol für Wohlstandsmüll und Umweltvernichtung darstellte.
... gab es kein Laminat, dafür umso mehr grausigen Teppichboden.
... war ein Döner Kebab nichts Alltägliches, sondern der kulinarische Höhepunkt eines Ausflugs nach Westberlin.
... hatte noch nicht jede Marke angefangen, sich diversifizieren zu wollen, weshalb es auch noch keine After-Eight-Pralinen, keinen Ovomaltine-Brotaufstrich und keine 30 verschiedenen Geschmacksrichtungen Fisherman's Friend gab.
... kannte man Plastikflaschen sowie Mineralwasser ohne Kohlensäure eigentlich nur aus dem Frankreichurlaub.
... durfte man bei Gelenkbussen nicht im Gelenk stehen.
... war es, wenn man eine größere Gruppe von Mädchen und/oder Frauen auf der Straße sah, alles andere als selbstverständlich, dass alle spiegelglatt rasierte Beine hatten.
... waren Stimmenimitatoren populäre Künstler, die im Fernsehen teilweise eigene Shows hatten, und nicht bloß Pausenclowns im Radio.
... saßen kleine Kinder regelmäßig ohne Gurt und Kindersitz im Auto vorne.
(Wieder eine aktualisierte Übernahme aus dem alten mawalog. Alle Angaben ohne Gewähr und höchst subjektiv.)
... hatten nur die Autos amerikanischer Soldaten ein drittes Bremslicht.
... kochte man Wasser auf dem Herd. Wasserkocher waren kaum verbreitetet. Überhaupt wurde damals außerhalb der klassischen Teegegenden Norddeutschlands kaum Tee getrunken, und wenn, dann roter Früchte- oder Pfefferminztee. Sonst gab es kaum Sorten.
... kosteten Einkaufswagen keinen Pfand und hatten nur zwei Lenkrollen.
... wechselte man beim Auto noch selber das Öl, und genügend Leute ließen das Altöl einfach in den Rinnstein oder auf die Wiese fließen, um das zu einem Standard-Schulbuchbeispiel für eine Umweltsünde zu machen.
... wurde erheblich weniger Eisenbahn gefahren als heute, da es weder Schönes-Wochenende- noch Länder- noch Semestertickets in der heute üblichen Form gab.
... waren Toiletten üblicherweise Hochspüler mit freistehendem Spülkasten.
... war das tägliche Angebot an Kinder-Zeichentrickserien im Fernsehen selbst auf den Privatsendern noch erheblich kleiner, wurde aber wesentlich intensiver wahrgenommen.
... füllte die Sommerhitze die (allesamt unklimatisierten) Autos, egal ob neu oder gebraucht, mit Kunststoff- und Polsterausdünstungen, von denen Kindern bereits vor dem Losfahren schlecht wurde.
... hatte man seine Tiefkühlkost, wenn überhaupt, von Eismann oder Bofrost, weil der Lebensmittelhandel kaum welche verkaufte.
... und war das Schlemmerfilet, dieser fetttriefende Backstein aus Seelachs mit einer mehr oder minder genießbaren Kräuterkruste, noch eine nagelneue Innovation.
... waren Zahnpasta- und Cremetuben häufig noch aus Metall und plastisch verformbar, und sie kamen fast immer in einer überflüssigen Umschachtel aus Pappe, die ein beliebtes und starkes Symbol für Wohlstandsmüll und Umweltvernichtung darstellte.
... gab es kein Laminat, dafür umso mehr grausigen Teppichboden.
... war ein Döner Kebab nichts Alltägliches, sondern der kulinarische Höhepunkt eines Ausflugs nach Westberlin.
... hatte noch nicht jede Marke angefangen, sich diversifizieren zu wollen, weshalb es auch noch keine After-Eight-Pralinen, keinen Ovomaltine-Brotaufstrich und keine 30 verschiedenen Geschmacksrichtungen Fisherman's Friend gab.
... kannte man Plastikflaschen sowie Mineralwasser ohne Kohlensäure eigentlich nur aus dem Frankreichurlaub.
... durfte man bei Gelenkbussen nicht im Gelenk stehen.
... war es, wenn man eine größere Gruppe von Mädchen und/oder Frauen auf der Straße sah, alles andere als selbstverständlich, dass alle spiegelglatt rasierte Beine hatten.
... waren Stimmenimitatoren populäre Künstler, die im Fernsehen teilweise eigene Shows hatten, und nicht bloß Pausenclowns im Radio.
... saßen kleine Kinder regelmäßig ohne Gurt und Kindersitz im Auto vorne.
(Wieder eine aktualisierte Übernahme aus dem alten mawalog. Alle Angaben ohne Gewähr und höchst subjektiv.)
Montag, 1. November 2010
studierendenkategorisierungen
Zur Eröffnung des neuen mawalogs gibt es eine Wiederholung des wahrscheinlich beliebtesten Postings aus dem alten mawalog - die Studierendenkategorisierungen von Juni 2006. Mit Beiträgen von Erik, Judith, Maren, Sonia und mir; und mit Bonustracks!
PONK: Philosoph Ohne Nennenswerte Kenntnisse
PLÜNZ: Philosoph mit Leicht Überdurchschnittlicher Note im Zeugnis
PÜK: Philosoph Überragender Kompetenz
PHIDIAS (ADAM): Philosophie/Humanbiologie Im Doppelstudium mit International Anerkanntem Stipendium (Alle Doof Außer Mir)
PIMP: Philosoph Inmitten Mehrjähriger Promotion
POPPER: Pensionierter Oberstudienrat, Probiert Philosophie, Eigentlich Ressourcenverschwendung
NAQUI: NaturwissenschaftsAbsolvent und QUantenIdiot
PLIEN (SDI): Primärtexte Lese Ich Eigentlich Nie (Sekundärliteratur Dafür Immer)
LEGAT: Liest Extrem Gründlich Alle Texte
RAHMAN: Rezipiert Außer Hegel, Marx, Adorno Nichts
ULKT: Unbezahlter Lehrbeauftragter für Kritische Theorie
UMMF: Utilitarist, Mag Mörderische Fallbeispiele
HUBERT: HUmanistische Bildung, Ethisch Radikal, Theokrat
SPACK(E): Super-Philosoph Aus Christlichem Kontext (Evangelisch)
SPACK(OMAT): Super-Philosoph Aus Christlichem Kontext (Obendrein Marxistisch Angehauchter Theoretiker)
WASTL: Waldorfschüler, Aber Sonst Total Liebenswert
JULI: Jung Und Leidlich Intelligent
EUNAL: Englisch Und Noch was Auf Lehramt
EUTHEO: Ethnologie Und THEOlogie
GHANA: Germanistin im Heiratsfähigen Alter, Nicht Abschlussinteressiert
LIVIO: Langhaariger Informatiker, Verschwörungstheoretisch Interessiert, Ostdeutsch
RALF: Rechtswissenschaftler, Adlig, Legendärer Frauenverschleiß
NASE: Niedliches Achtzehnjähriges Soziologie-Erstsemester
BLASE: Bornierter, Langweiliger Ausgebildeter Soziologe (Einunddreißig)
IBM/SAP: Ich Bin Mediziner / Suche Also Physiknachhilfe
MEMKA: Mediziner, Erbt Mamis Kleine Arztpraxis
PEPKA: Pharmazeutin, Erbt Papis Kleine Apotheke
PONK: Philosoph Ohne Nennenswerte Kenntnisse
PLÜNZ: Philosoph mit Leicht Überdurchschnittlicher Note im Zeugnis
PÜK: Philosoph Überragender Kompetenz
PHIDIAS (ADAM): Philosophie/Humanbiologie Im Doppelstudium mit International Anerkanntem Stipendium (Alle Doof Außer Mir)
PIMP: Philosoph Inmitten Mehrjähriger Promotion
POPPER: Pensionierter Oberstudienrat, Probiert Philosophie, Eigentlich Ressourcenverschwendung
NAQUI: NaturwissenschaftsAbsolvent und QUantenIdiot
PLIEN (SDI): Primärtexte Lese Ich Eigentlich Nie (Sekundärliteratur Dafür Immer)
LEGAT: Liest Extrem Gründlich Alle Texte
RAHMAN: Rezipiert Außer Hegel, Marx, Adorno Nichts
ULKT: Unbezahlter Lehrbeauftragter für Kritische Theorie
UMMF: Utilitarist, Mag Mörderische Fallbeispiele
HUBERT: HUmanistische Bildung, Ethisch Radikal, Theokrat
SPACK(E): Super-Philosoph Aus Christlichem Kontext (Evangelisch)
SPACK(OMAT): Super-Philosoph Aus Christlichem Kontext (Obendrein Marxistisch Angehauchter Theoretiker)
WASTL: Waldorfschüler, Aber Sonst Total Liebenswert
JULI: Jung Und Leidlich Intelligent
EUNAL: Englisch Und Noch was Auf Lehramt
EUTHEO: Ethnologie Und THEOlogie
GHANA: Germanistin im Heiratsfähigen Alter, Nicht Abschlussinteressiert
LIVIO: Langhaariger Informatiker, Verschwörungstheoretisch Interessiert, Ostdeutsch
RALF: Rechtswissenschaftler, Adlig, Legendärer Frauenverschleiß
NASE: Niedliches Achtzehnjähriges Soziologie-Erstsemester
BLASE: Bornierter, Langweiliger Ausgebildeter Soziologe (Einunddreißig)
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