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Montag, 18. Mai 2015

nachtrag

Von David Foster Wallace, Gott hab ihn selig, gibt es einen populären Text namens »This is Water«, der unter anderem thematisiert, dass es Bildung (und, worauf mich Judith hinweist, Erziehung) ist, die es uns erlaubt, über die Fixiertheit auf uns selber hinwegzukommen und anzuerkennen, dass nicht alles, was unseren unmittelbaren Interessen zuwiderläuft, böswillig gegen uns gerichtet ist. Wenn das so ist (und ich finde, es spricht vieles dafür), dann sind die Leute, die regelmäßig und in irrstmöglicher Weise Theorien aufstellen, denen zufolge Straßen, Plätze, Kanalisationen, Bahnstrecken usw. absichtlich langsamer als möglich umgebaut werden, einfach ungebildet und/oder schlecht erzogen.

Sonntag, 18. Januar 2015

also ich weiß ja nicht

Jedes Mal, wenn ich ein Foto vom NSA-Hauptquartier in den Medien sehe, muss ich denken: dass diese vielen Angestellen offenbar alle mit dem Privat-Pkw anreisen müssen, ist doch eine verkehrspolitische und stadtplanerische Bankrotterklärung.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

srrrrrrr

Wer eine Meinung dazu hat, ob Marburg eine Seilbahn auf die Lahnberge nach der aktuell vorgelegten Machbarkeitsstudie bauen sollte (siehe auch Verkehrsstudie zur Notwendigkeit), kann hier schon mal abstimmen.

Montag, 14. Oktober 2013

es wird winter

... und bei einstelligen Außentemperaturen wird in Marburg immer noch und immer mehr gebaut:
  • Für den neuen Edeka in der Schützenstraße stehen schon erste Pfeiler. Das scheint sehr schnell zu gehen.
  • Auf dem alten Gärtnereigelände zwischen Schützenstraße und Alter Kasseler Straße laufen die Bauarbeiten für die neue Wohnanlage, die Tiefgarage ist schon so gut wie fertig.
  • Das südliche Eckgrundstück Mauerstraße/Ernst-Giller-Straße stand seit Ewigkeiten leer. Auf einmal wurde die angrenzende Spielbank-Baracke abgerissen – man darf gespannt sein, was auf der neu geschaffenen großen Fläche entsteht. Vermutlich Wohnungen.
  • Im Hauptbahnhof sind nun doch Wohnungen (für 28 Studierende) entstanden und bezugsfertig.
  • Der Bahnhofsvorplatz sieht mit den riesigen Aushubhalden mittlerweile aus wie ein (sehr kleiner) Braunkohletagebau.
  • Parallel zu alledem läuft die Erneuerung der Fahrbahnen des innerstädtischen Teils der Stadtautobahn (B3a).
  • Das ehemalige Hotel Waldecker Hof an der Ecke Bahnhofstraße/Krummbogen, das durch die DVAG zur Wirtschaftsfachhochschule ausgebaut wird, ist jetzt abgezäunt und wird entkernt.
  • Das Schwesternwohnheim am Alten Botanischen Garten ist der letzte Hochbau, der dem Bau der neuen Zentralen Universitätsbibliothek noch im Wege steht. Die Abrissarbeiten sollen dieser Tage anfangen.
  • Abriss und Entkernung der Stadthalle sind fast beim Endzustand – alle Gebäudeteile südlich und westlich des großen Saals sind weg. Für die Neubauteile laufen die Tiefbauarbeiten, für die das Grundwasser abgesenkt wird. Dazu laufen Rohre bis ans Lahnufer, wo eine Reinigungsanlage steht.
  • Der »Kilian«, eines der ältesten Gebäude Marburgs, ist fertig zu studentischen Wohnungen ausgebaut.
  • Das Parkhaus der Sparkasse zwischen Universitäts- und Wilhelmstraße wird kernsaniert.

Samstag, 28. September 2013

Dienstag, 17. September 2013

b-b-b-b-b-b

Schon vor längerer Zeit habe ich (noch auf dem alten Blog) einen Artikel dazu geschrieben, welche wenig auffälligen Dinge sich seit meiner Kindheit so verändert haben. Was mir eben, da in Marburg gerade wahrscheinlich mehr Straßen- und Platzfläche aufgerissen und/oder erneuert wird als jemals zuvor, noch dazu einfällt: Der gute alte Presslufthammer hat sich auch still aus meiner Lebenswelt verabschiedet. Heutzutage wird Straßenbelag meistens entweder mit dem Fugenschneider aufgesägt und dann mit einem hydraulischen Abbruchhammer (Anbaugerät am Bagger oder Minibagger) zerkleinert oder gleich mit der Kaltfräse weggenommen. Wenn man heute in der Stadt das nervtötende Hammergeräusch hört, dann wird meistens mit Handwerkzeugen an Gebäuden herumgestemmt.

Montag, 16. September 2013

still und star

Dieses Gebäude, dem man gut abnehmen könnte, dass es eine Hommage an Mies van der Rohe darstellen soll, ist einer der schönsten Neubauten der letzten Jahre in Marburg. Interessanterweise sitzt darin etwas äußerst Unhippes, nämlich ein ca. 90 Jahre alter evangelikaler Medienvertrieb; das, was man früher mal einen Pamphleteverlag genannt hat.
In der Gegend wird übrigens bald die neue Universitätskita fertig, und die großen alten Wohnblocks für Bundeswehrangehörige werden gerade, soweit noch nicht geschehen, durchsaniert. Also auch hier kein Mangel an Kränen und Handwerkersprintern.

Donnerstag, 1. August 2013

yet another marburg update

Ich überlege ja wirklich, ob ich hieraus irgendwann schlicht das »Baublog Marburg« machen soll :)
Hier also mal wieder ein fälliges Update. (Die derzeit überall stattfindenden Erneuerungsarbeiten an Gasleitungen lasse ich aus.)

Afföller/Nordend:

  • Nach Jahren des Wartens, in denen der Eingang vermutlich gegen herabfallende Teile gesichert war, ist die denkmalgeschützte Hauptpost in der Zimmermannstraße (»Betonpost«) jetzt eingerüstet und wird von einer Betonsanierungsfirma bearbeitet. Ob das Gebäude dadurch schöner wird, bleibt abzuwarten.
  • Am Jägertunnel (neben der Motorradhandlung F. Wunstorf) haben Abbrucharbeiten und Bauvorbereitung für den neuen Supermarkt begonnen. Es wird ein EDEKA werden.
  • Die Wohnanlage Campus III auf der anderen Seite der Tunnelmündung ist mittlerweile bis auf allerletzte Restarbeiten fertiggestellt, sogar die Grünanlagen sind jetzt angepflanzt.
  • Der Turm des G-Werks scheint endgültig fertig renoviert.
  • Der Hauptbahnhof ist jetzt innen fertig saniert (nur eine größere Fläche ist noch nicht vermietet), die verbrannte Toilettenanlage wieder neu errichtet und der Hausbahnsteig mit Aufzug fertiggestellt. Der Umbau des Bahnsteigs 5/8 nähert sich nach umfangreichen Arbeiten der Vollendung; die Unterführung ist an ihrem Ende faktisch komplett weggerissen und mit Aufzugschacht und neuen Treppen neu errichtet worden. Auch neue Bahnsteigdächer sind schon im Werden.
  • Nachdem die Verkehrsführung durch die Ernst-Giller-Straße und Mauerstraße fertiggestellt ist, hat der Umbau des Bahnhofsvorplatzes begonnen. Dieser findet in zwei Etappen statt und bedeutet zunächst wieder (buchstäblich) tiefgreifende Leitungsarbeiten.
  • Die Elisabethbrücke, der Ansatz des Krummbogens und die B3-Überführung sind fertig saniert. Die Brücke hat hübsche Namenstafeln bekommen: zwei Stücke der Brüstung sind als hohle Elemente aus Corten-Stahl ausgeführt, in die der Name »ELISABETHBRÜCKE« eingeschnitten ist. Ich wette, viele wussten bis dahin überhaupt nicht, dass die Brücke diesen Namen trägt.
  • Auf beiden Seiten der Brücke sind die Rampenbauwerke zum Uferweg fertig. Auf der DVAG-Seite wurde mit ziemlich aufwändigem Garten- und Landschaftsbau ein Stadtstrand mit Sonnenterrasse geschaffen, der von der DVAG-Gastronomie bewirtschaftet wird und ohne dauerhafte Gebäude auskommen muss; der Verkauf erfolgt aus einem umgebauten alten Schulbus, Toiletten sind in einem Container.
Ortenberg:
  • Vom stumpfen Ende der Alten Kasseler Straße hinunter zu den Gleisen, am Fuß des Ortenbergstegs vorbei und an den Gleisen entlang zu den Waggonhallen entsteht ein Rad- und Fußweg mit begleitendem Park (»Gleispark«). 
  • Die zukünftige Volksbank-Kletterhalle in der ehemaligen Universitätsreithalle auf dem Waggonhallengelände sieht von außen schon recht fertig aus.
  • Da nach den letzten Auskünften der Universität die Phil-Fak noch bis mindestens 2023 stehen wird, wird doch noch etwas Geld in deren Lebenserhaltung investiert: Der C-Turm (u.a. Geschichte und Praktische Philosophie) erhält eine Klimaanlage, in den kommenden drei Jahren werden sämtliche Sanitäranlagen erneuert und jeweils 50 000 € für neue Leuchten, frische Farbe usw. bereitgestellt.
  • Zudem werden sechs neue Seminarräume neben der Phil-Fak aufgebaut, in einem Containerblock, der früher neben der Stadthalle stand und dort der Baufläche weichen musste. Ich vermute, auch diese Container werden bis mindestens 2023 stehen, wenn nicht länger.
Dreieck bei St. Jost:
  • Direkt neben dem Bordell bei St. Jost entsteht das neue muslimische Gemeindezentrum mit Moschee. Der kubische Bau, der auch Wohnungen, Läden und Gastronomie aufnehmen soll, signalisiert durch die Ornamentik an den Fensterfronten sowie einer geschickt ausgestalteten Verkleidung eines freistehenden Treppenhauses deutlich seinen islamischen Zweck, wirkt aber weder kitschig noch anbiedernd. Die Bauarbeiten haben noch nicht begonnen, aber das Bauschild steht.
  • Die Nonnengasse ist durch einen neuen Rad- und Fußweg, der zwischen Gleisen und dem Gelände der Adolf-Reichwein-Schule eingeklemmt ist, mit der Überführung zum Aquamar verbunden worden. Was jetzt noch fehlt, wäre ein Lückenschluss zwischen dem stumpfen Ende der Privatstraße, die von der Unterführung Richtung Süden führt, und dem Südbahnhof. Das könnte zwischen den Gleisen und dem Fuß des Cappeler Bergs aber durchaus eng werden, ich weiß nicht, ob es da Pläne gibt.
Klinikviertel/Campus Firmanei:
  • Der vorletzte Bauabschnitt des Kirchenumfeldes ist fertig und die fünf Tugenden stehen nun auf ihren Sockeln.
  • Das Baufeld für die neue Zentralbibliothek ist immer noch nicht gänzlich frei, da das Schwesternwohnheim noch steht. Immerhin wird mittlerweile die Hautklinik entkernt, die später als Verwaltungstrakt dienen soll. Die vorbereitenden Leitungsarbeiten nehmen keine Ende, derzeit ist deswegen wieder einmal die Deutschhausstraße an der Einmündung Bunsenstraße aufgerissen.
Biegenviertel:
  • Das ehemalige EAM-Gebäude in der Uferstraße ist nun bezogen, derzeit werden gerade Natursteinlisenen angebracht, um die ursprüngliche Anmutung der (vermutlich denkmalgeschützten) Fassade wieder herzustellen.
  • Die Entkernung und der Teilabriss der Stadthalle in Vorbereitung zum Umbau zum neuen Ernst-Piscator-Haus laufen.
  • Das Ernst-von-Hülsen-Haus bekommt derzeit eine vollständige Dach- und Fassadensanierung verpasst, außerdem eine neue Innengestaltung für das Kunstmuseum der Universität, eine neue Abwasserhebeanlage, neue Depoträume und so weiter. Durch eine Rampe und einen neuen Aufzug soll das Gebäude barrierefrei erschlossen werden, dies wird nebenbei auch bedeuten, dass der bereits vor Jahr und Tag renovierte Konzertsaal endlich auch seine barrierefreie Andienung bekommt. Die Gebäudehülle wird vom Land finanziert, für die Innensanierung werden Spenden eingeworben.
Weidenhausen:
  • Am Trojedamm ist ein hübscher neuer Steg entstanden, der hohen Freizeitwert mit einem klappbaren Mittelteil als Bootsrutsche für die daneben ansässige DLRG verbindet.
Oberstadt:
  • In der Ritterstraße wird ein Wohnheim des Studentenwerks kernsaniert.
  • Am Schuhmarkt wird der »Kilian« ebenfalls für studentisches Wohnen umgebaut.
Richtsberg:
  • Die Sporthalle an der Richtsberg-Gesamtschule wird bereits seit anderthalb Jahren durchgreifend saniert, Fertigstellung vermutlich Anfang 2014.
  • Im Zusammenhang damit steht die Einrichtung eines neuen Boxsportzentrums in der Friedrich-Ebert-Straße 19, das nach dem ursprünglichen (zu teuren) Konzept ebenfalls in der Sporthalle Platz finden sollte. Das Zentrum soll im Herbst bezugsfertig sein.
Lahnberge:
  • Quasi über Nacht wurde ein Modulgebäude für die Synthetische Mikrobiologie hochgezogen, das wohl ziemlich bald bezugsfertig sein dürfte.
Cappel:
  • Die Stadtwerke renovieren derzeit umfangreich für eine siebenstellige Summe ihr Hauptgebäude Am Krekel.

Sonntag, 18. November 2012

marburg update

Ich wollte ja schon vor Monaten wieder einmal einen meiner traditionellen »Marburg-Update«-Artikel zum Bau- und Entwicklungsgeschehen in der Stadt veröffentlichen, habe diesen aber leider durch eine Browser-Fehlfunktion verloren und dann wegen akuter Frustration nicht noch einmal neu angefangen. Dafür gibt es jetzt die ganz, ganz lange Liste - der große Service in erster Linie für die kleine, elitäre Gemeinde von Exil-MarburgerInnen, die sich, wie ich aus sicherer Quelle weiß, hauptsächlich über mich und meine Online-Absonderungen über die Umwälzungen im Marburger Stadtbild informieren. Es ist diesmal so viel, dass ich eine grob geographische Abschnittsgliederung verwendet habe.

Afföller/Nordend:

  • Im Studentendorf ist das alte Kosselhaus weg und der Neubau eines Max-Kade-Zentrums mit neuem Gemeinschaftshaus und einem neuen Wohngebäude hat begonnen.
  • Südwestlich der Ecke Bebelstraße / Neue Kasseler Straße ist nunmehr schon seit weit über einem halben Jahr das Fachmarktzentrum Neumarkt Nord mit Penny, dm, Bäckerei Siebenkorn und einem Reisebüro in Betrieb. Die Bäckerei hat auf dem breiten Asphaltbürgersteig der Neuen Kasseler sogar einen liebevoll begrünten Freisitz aus Gabionen errichtet. Dass in dieser Straße an dieser Stelle einmal Leute draußen sitzen und Kaffee trinken würden, hätte ja niemals je jemand vermutet.
  • Es geht aber noch weiter im hohen Norden - östlich der Gleise und nördlich des Jägertunnels sollen neue Gewerbeflächen und weitere Nahversorger entstehen, man fragt sich, welcher Supermarkt da wohl hinzieht; REWE expandiert ja sehr aggressiv, man könnte sich vorstellen, dass die da aufmachen.
  • Neben der Tankstelle Knies+Lagotka wurde einiges gebaut und renoviert, dort ist jetzt Velociped  Fahrradreisen zu Hause, und wenn ich dem Hörensagen glauben darf, wollen die da auch so eine Art Fahrradmotel und -verleih aufmachen.
  • Im Neubauprojekt »Campus III« östlich der Gleise und direkt südlich des Jägertunnels ist schon das meiste fertig und die ersten Wohnungen wohl bereits bezogen.
  • Der Streifen zwischen Neuer Kasseler Straße und Gleisen soll demnächst auch mit Wohnungen bebaut werden; es sind unter anderem schon Bodenproben genommen worden. Auf das Lärmschutzkonzept bin ich gespannt.
  • Die Neue Kasseler Straße ist mittlerweile vollständig fertiggestellt, mit einem breiten Geh- und Radweg, und auch die Verkehrsführung durch die Ernst-Giller-Straße läuft bereits einseitig so wie im Endzustand.
  • Der Turm des G-Werks scheint allmählich mal fertig saniert zu sein, aber die Ausweichcontainer stehen immer noch.
  • Man munkelt von einem zusätzlichen Parkdeck auf dem G-Werk-Gelände, um durch das Nordstadt-Verkehrskonzept wegfallende Parkplätze auszugleichen (siehe unten).
  • Beim Bahnhof laufen die Entkernungs- und Umbauarbeiten im Erdgeschoss immer noch (Bäckerei, Reisezentrum und Buchhandlung sind fertig) und der mittlerweile nagelneu aufgebaute Hausbahnsteig ist immer noch nicht wiedereröffnet. Leider hat jemand zwischendurch die neu sanierten Toiletten angezündet, die jetzt gleich noch einmal ausgebaut werden dürfen.
  • Die Elisabethbrücke und das B3-Brückenbauwerk sind auf der Nordseite komplett durchsaniert, derzeit wird die Südseite umgekrempelt und dabei gleich noch der nördliche Krummbogen erneuert.
Ortenberg:
  • Der Bau der Kletterhalle und die sonstigen weiteren Entwicklungsmaßnahmen auf dem Waggonhallen-Gelände laufen. In der ehemaligen Klinikwäscherei ist übrigens das neue Atelier für die Grafik und Malerei der Universität untergebracht.
  • Das Abwasserpumpwerk am Schüler-Park ist fertig saniert.
Klinikviertel/Campus Firmanei:
  • Es gibt ein Verkehrskonzept für die Nordstadt, das unter anderem den Wegfall ziemlich vieler Parkplätze, die Einrichtung diverser Fahrradstreifen und eine Fußgängerzone mit Busverkehr in der Elisabethstraße, durch die dann sämtliche Buslinien geführt werden, vorsieht. Insgesamt ein guter Kompromiss, nur umgesetzt werden muss das Ganze natürlich noch. Die Opposition springt bereits prophylaktisch im Dreieck, obwohl die Grundkonzeption bereits über zehn Jahre alt ist.
  • Das DVAG-Verwaltungsgebäude ist nun auch fertig und unten sind vorne eine sehr gute Eisdiele mit Bistro und hinten ein Restaurant mit ziemlich gutem Konzept, allerdings verbesserungsfähigem Service, untergebracht. Alles Eigenbetriebe des Konzerns, der langsam Geschmack an diesem Sektor zu finden scheint; noch bei der Übernahme des Bückingsgartens wurde betont, man sei ja kein Gastronomieunternehmen.
  • Der vorletzte Bauabschnitt der Elisabethkirchen-Umfeldgestaltung schließt pünktlich zum Weihnachtsmarkt ab. Hinten am zukünftigen Firmaneiplatz sind die Sockel für die Statuen der fünf Tugenden, die nach Marburg zurückkehren, bereits zu erkennen.
  • Mit der alten Klinikapotheke ist bereits ein erstes Gebäude im Klinikviertel für den Gebrauch der Uni durchrenoviert worden, dort ist unter anderem MARA und das RAA untergebracht. Sehr schöne Gestaltung, wenn alle Gebäude so werden, dann mal sämtliche Daumen hoch.
  • Die alte Frauenklinik ist schon so gut wie weg und eine neue Brücke über den Mühlgraben hinüber zur Johannes-Müller-Straße liegt; eine Lösung zum Leerziehen des Schwesternwohnheims existiert (siehe unten); in der Deutschhausstraße wurde langwierig an Leitungen gearbeitet; mithin kann es wohl tatsächlich nächstes Jahr wie geplant mit dem Bau der neuen Zentralen Universitätsbibliothek losgehen.
  • In die alte HNO-Klinik sind erste Teile der Germanistik umgezogen, allerdings nur übergangsweise, da demnächst ja der Neubau für das Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas stehen soll. Man kann allerdings argumentieren, dass seit 1527 mit Tradition und mit Recht grundsätzlich jeder Umzug innerhalb der Marburger Universität als übergangsweise anzusehen ist.
Biegenviertel:
  • Der Umbau der Stadthalle zum multifunktionalen, mehrmoduligen Ernst-Piscator-Haus ist beschlossen und die Ausschreibungen laufen.
  • Das ehemalige EAM-Gebäude in der Uferstraße wird bekanntlich zu Sozialwohnungen ausgebaut; im Moment scheint man sich mit Innenausbau und Fassade zu befassen. Der Bau soll übrigens als Unterkunft für die Schwesternschülerinnen, die aus dem Heim am Alten Botanischen Garten ausziehen müssen, dienen.
  • Der Kiosk vor der Mensa (eine Holzkonstruktion übrigens) ist fertig und sieht ganz apart aus mit der Fassade aus Faserbetonriemchen, den Bierbänken und den frisch gepflanzten (leider schon zweimal vandalisiertern!) Kastanien drumherum. Er kommt auch gut an, und zwar längst nicht nur bei Studierenden - gibt es doch auf Marburger Stadtgebiet nirgendwo ein gezapftes Bier so nah am Lahntalradweg.
Südstadt:
  • Der Wohnbau gegenüber dem KFZ am Fronhof ist fertig und passt sich mit seinem Walmdach und Sandsteinsockel sogar einigermaßen ins Stadtbild ein.
  • Die Fronhofschule wurde von privat gekauft und wird als Wohnhaus ohne größere Umbauten weitergenutzt.
  • Auf dem ehemaligen Synagogengelände ist der »Garten des Gedenkens« mitsamt neuem Treppendurchgang zur Oberstadt fertig und am 10. November pünktlich eröffnet worden. Rundum gelungen, wie ich finde.
  • Ahrens hat nach vollständiger Innenrenovierung und Umstrukturierung wieder eröffnet und sieht jetzt von innen schon so ein bisschen aus wie die Galeria Kaufhof auf der Zeil.
  • An der Konrad-Adenauer-Brücke nähern sich drei Blocks mit Eigentumswohnungen der Fertigstellung.
Lahnberge:
  • Die neue Chemie und das Tumor- und Immunologieforschungszentrum stehen und der Ausbau ist schon weit fortgeschritten.
  • Es gibt Planungen zur energetischen Sanierung der Gewächshäuser im Neuen Botanischen Garten.

Samstag, 4. Februar 2012

noch mehr bauzeugs

Die Bautätigkeit in Marburg zeigt keine Anzeichen von Verlangsamung:

  • Im Studentendorf soll das bisherige Gemeinschaftshaus abgerissen und als Max-Kade-Zentrum neu errichtet werden. Dabei werden 49 neue Wohneinheiten entstehen. Außerdem ist wohl geplant, im Fuchspass ein neues Wohnheim zu bauen.
  • Das Fachmarktzentrum hier um die Ecke (»Neumarkt Nord«) steht kurz vor der Eröffnung, gerade wird der Parkplatz gepflastert, und die Bäckereifiliale ist sichtlich schon fertig eingerichtet.
  • In der Alten Kasseler Straße entsteht die Wohnanlage Campus III, Baubeginn schon dieses Jahr.
  • In der Neuen Kasseler Straße, die von der Ecke Bahnhofstraße bis zur Einmündung Mauerstraße lahnseitig halb fertig ist, finden derzeit weitere langwierige Kanalisationsarbeiten statt, aber die Verlegung einer Bushaltestelle deutet schon an, dass es nach der Winterpause dann mit dem losgeht, aus dem einmal der neue Bahnhofsvorplatz werden wird.
  • Auf den ersten neuen Flächen im Bahnhof selber haben ein McDonald's (umgezogen aus der Universitätsstraße) und der frühere Kiosk auf der linken Seite der Eingangshalle Platz gefunden. Die neuen Toiletten sind bis auf die Tür auch schon fertig, und auch die Bahnhofsbuchhandlung wird demnächst einen neuen Raum beziehen. Am Hausbahnsteig gehen dieser Tage die Arbeiten weiter. Bis zur fertigen Sanierung sämtlicher Bahnsteige kann es nach Andeutungen in der Presse allerdings noch ca. zwei Jahre (!) dauern.
  • Das Kongresszentrum der DVAG ist fertig, das Verwaltungsgebäude wird gerade innen fertig ausgebaut.
  • Der Neubau des Fachbereichs Chemie auf den Lahnbergen ist quasi rohbaufertig, der Neubau der Tumorforschung erreicht gerade die Oberkante des zweiten Stocks, das Dr.-Reinfried-Pohl-Zentrum für Medizinische Lehre (mit Kindertagesstätte) ist im Oktober in Betrieb gegangen und der Zuschlag für den Neubau für die Synthetische Mikrobiologie ist im November geschehen.
  • An der Einmündung Krummbogen/Bultmann-Straße wird das Abwasserpumpwerk saniert.Unspektakulär, aber notwendig. Vielleicht stinkt es hinterher dann nicht mehr so wie früher.
  • Bei der Neugestaltung des Umfelds der Elisabethkirche beginnt, da die Rettungsgrabungen jetzt abgeschlossen sind, nach der Frostperiode der vorletzte Bauabschnitt. Der letzte und heikelste, der Umbau des Firmaneiplatzes, wird wohl noch etwas auf sich warten lassen, da er in die Campusplanungen eingebunden werden soll. Vielleicht ändert sich da noch etwas gegenüber dem Wettbewerbsentwurf. Gegenüber soll jedenfalls ja der Haupteingang der neuen Zentralbibliothek sein, für die im Laufe dieses Jahres die Baufeldfreimachung beginnen soll, ab nächstem Jahr wird dann ausgehoben. Am Pilgrimstein wurden schon Leitungen verlegt und in diesem Zuge der blöde Radweg abgeschafft und statt dessen ein neuer breiter Gehweg mit Mischverkehr gebaut.
  • Das Hörsaalgebäude ist fertigsaniert und sieht richtig gut aus; auf der anderen Seite des Mühlgrabens soll zu ca. 2014 ein schicker Neubau für das Forschungsinstitut Deutscher Sprachatlas entstehen (Wettbewerb vor kurzem entschieden), und zwar dergestalt platzsparend, dass auf dem Rest des derzeitigen Parkplatzes irgendwann noch ein großes weiteres Institutsgebäude hinpasst.
  • Angeblich soll die Phil-Fak 2022 freigezogen sein. Wer's glaubt, wird selig.
  • Auch wenn die Oberhessische Presse in einer Online-Umfrage suggerieren wollte, der Beschluss sei noch nicht gefallen: die Vergabe für den Um- und Ausbau der Stadthalle läuft längst. Baubeginn 2013.
  • Das Kunstmuseum der Universität im Hülsenhaus hat geschlossen, weil die Außenhautsanierung, die in diesem Jahr beginnen soll, vorbereitet wird. Für die Innensanierung des stilistisch einmaligen Großbaus von 1927 gibt es leider noch keine Mittel, die Universität plant eine Spendenaktion.
  • Das neu gestaltete Außengelände der Mensa mit über 200 Sitzplätzen, diversen Rampen und Treppen ist weitestgehend fertig, es soll jetzt noch ein Kiosk oben auf der neuen Lahnterrasse entstehen. (Mir gefällt die Anlage übrigens ausnehmend gut - sehr skulptural mit den unterschiedlichen Winkeln, nirgendwo langweilig anzusehen, obwohl es sich letztlich doch bloß um eine Hochwasserschutzkonstruktion, ein paar Verkehrswege und ein paar Tische und Bänke handelt.)
  • Der »Garten des Gedenkens« in der Universitätsstraße nimmt schon Formen an - die skulpturale Stützmauer zum Hang hin ist weitgehend fertig.
  • Man sieht übrigens in den letzten Monaten, wenn mich mein Eindruck nicht ganz täuscht, auf der Talseite der Oberstadt viel mehr Baugerüste als sonst. Da wird renoviert was das Zeug hält, auch an schwierig zugänglichen Stellen.
  • Auf dem Fronhofgelände (zwischen KFZ und Savignyhaus) entstehen Eigentumswohnungen. Die alten Remisen werden durch die Stadt für die Nutzung durch die benachbarte Ubbelohdeschule saniert. Ursprünglich war einmal der Bau einer Sporthalle geplant, aber das war wohl rechtlich nicht durchsetzbar.
  • An der Ecke Friedrichstraße/Universitätsstraße sind Sanierung und Ausbau des Sozialamtsgebäudes abgeschlossen. Der Bau ist jetzt der größte Standort der Marburger Stadtverwaltung und die nicht furchtbar schöne Ecke dort wird durch die Neugestaltung doch erheblich aufgewertet.
  • Als langfristige Stadtreparatur kann man betrachten, dass der neue Bebauungsplan für den Streifen zwischen Universitätsstraße und Oberstadt vorsieht, dass die hässlichen hochterrassierten Betonbauten, wenn irgendwann abgängig, durch niedrigere Bauten ersetzt werden müssen. Außerdem soll der durchgehende Grünzug unterhalb der Barfüßerstraße wiederhergestellt werden.
  • Die schicke neue Aufstockung des Gebäudes neben den Unisport-Anlagen für die Sportwissenschaften ist jetzt auch eingeweiht worden.
  • Der Firmencampus des 3U-Konzerns auf dem ehemaligen Monopol-Gelände in der Südstadt nähert sich der Fertigstellung; dazu gehört auch das integrierte Solarkraftwerk mit den prägnanten Speichertürmen.

Donnerstag, 3. November 2011

bauzeugs

Ich wollte eben etwas über die baulichen Neuigkeiten in der Nordstadt schreiben und mit einem Satz wie diesem beginnen: »Beim hinteren Teil des nahezu abbruchreifen Hinterhauses Ecke Eisenstraße, das eine türkische Unternehmerfamilie zu einem ansehnlichen Mehrfamilienhaus umbaut, wird schon das Dach gedeckt.«
Was ist an diesem Satz falsch und lässt mich über meine eigenen Vorurteile nachdenken? Nicht das »türkisch« - das halte ich auch im Sinne von »türkischstämmig« für richtig, ich bin ja auch kein pfälzischstämmiger Deutscher und »Italian Americans« sind selbstverständlich vollgültige Amerikaner. Das Problem ist das Wort »Unternehmerfamilie«. Das klingt tribal und südländisch, nach Schwarzarbeit und ganz vielen Cousins, die auf dem Bau mithelfen. Nur ist das mit der Schwarzarbeit und den Cousins bei Ethnodeutschen nicht groß anders, auch wenn das dann häufig keine Cousins, sondern irgendwelche Vereinskumpane oder Hartz-IV-beziehende Schwager sind. Aber bei denen sagt man nicht »Unternehmerfamilie«, sondern »Familienunternehmen«. (Google wirft für »türkische unternehmerfamilie« in der Tat 526 Treffer, für »türkisches familienunternehmen« nur 351.)

In other news:

  • Das Haus gegenüber der neuen DVAG-Zentrale, an das sich hinten das komplett runderneuerte und aufgestockte Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth anschließt, bekommt im Erdgeschoss, wo ein Haushaltswarengeschäft einer Begegnungsstelle weicht, seine alte Fassade wieder. Gerade wird der Sandsteinsockel erneuert. Damit haben jetzt, seit ich darauf achte, schon mindestens zwei Gebäude in der Bahnhofstraße ihre hässlichen kastigen Vordächer, Leuchtreklamen und Schaukästen verloren. Ich hoffe, der Trend bleibt stabil.
  • Das Chemikum hat ein neues Portal bekommen (notgedrungen, weil der Sockel so hoch ist, dass man einen Einschnitt machen musste, um einen barrierefreien Eingang hinzukriegen, ohne die halbe Fassade mit einer Rampe zu verschandeln). Auf der Simulation sah es aus, als solle es mit buntem Glas oder Keramikplatten verkleidet werden, aber nein, es ist Kupfer! Das ist ja mal edel.
  • Die Baustelle Neue Kasseler Straße wird bald auf die andere Seite springen, mittlerweile wird rechts schon der Bürgersteig gepflastert.
  • Neue Container vor dem Bahnhof lassen vermuten, dass bald auch in der Bahnhofshalle die Baustelle auf die andere Seite übergreift. Demnächst muss man wahrscheinlich zwischen zwei Zäunen im Gänsemarsch zur Unterführung watscheln.

Montag, 19. September 2011

1UP

Es gibt wie so oft Neuigkeiten aus Marburg. Die Universität hat nach zwei Jahren nahezu geräuschloser Gremienarbeit eine Grundordnung in Kraft gesetzt; das Land hat durch Aufstocken der Mittel die Existenz des Neuen Botanischen Gartens gesichert; im alten EAM-Gebäude sollen Dutzende Sozialwohnungen entstehen; im Frohnhof entsteht nach jahrelangen Diskussionen eine größere Wohnanlage gegenüber dem KFZ; der Bau für dm und Penny bei mir um die Ecke nimmt Fahrt auf; und auf dem ehemaligen Synagogengelände entsteht ein »Garten des Gedenkens« mit einem neuen Durchgang zur Oberstadt.
Die Kräne werden so schnell nicht weniger werden und hier leben bleibt spannend.

Sonntag, 4. September 2011

telematik

Dort, wo die Lahnstraße auf den neuen rechten Lahnuferweg trifft, gibt es jetzt ein solarbetriebenes Wechselverkehrszeichen, das anzeigt, ob die Drehbrücke über das Schwarze Wasser offen oder zu ist. Worte können kaum beschreiben, wie gut ich das finde - nicht nur, weil es den Radverkehr fördert, sondern weil es einfach intrinsisch cool ist, so etwas Maritimes in Marburg zu haben.

Mittwoch, 4. Mai 2011

und weiter geht's

Neues aus dem Nordviertel: Aus dem ehemaligen Autohaus zwei Häuser weiter (Neue Kasseler Straße 24-26) soll ein Nahversorgungszentrum werden (»Neumarkt Nord«), mit dm-Drogeriemarkt, Penny-Markt, ca. 150 Quadratmetern Gastronomie und 80 Parkplätzen, Fertigstellung Frühjahr 2012. Auf der anderen Seite der Unterführung am Ortenberg ist Gewerbe geplant, und bei den Waggonhallen 100 Wohneinheiten für Studierende und Senioren. Letzteres ist allerdings eher mittelfristig zu sehen, da die Altlastensanierung bis ca. 2015 dauern wird.

Freitag, 11. März 2011

miniupdate

Die Marburger Baukonjunktur reißt nicht ab und hat bald auch wieder einen längeren Artikel verdient, aber ich möchte nur ganz kurz erwähnen: Das niedliche kleine Fachwerkhaus, das am Durchgang von der Lingelgasse zum Blochmann-Platz über Eck mit dem fragwürdigen Nachkriegs-Neubau steht und gefühlt ewig saniert wurde, ist auf einmal ausgepackt worden und sieht aus wie neu. Davor ist eine ebenfalls niedliche Platzsituation mit einem Spalierbäumchen in Arbeit. Am alten Zootomiegebäude (enthält das Restaurant Kalimera und Wohnungen) wird lahnseitig mal wieder herumgegraben - ich finde es phänomenal, dass dort im Prinzip seit meinem Studienbeginn 2002 immer irgend etwas eingerüstet ist, so groß ist der Bau ja doch nicht.

Sonntag, 6. März 2011

schwäne

gesehen:
Black Swan: Nach meinem Dafürhalten ist das ziemlich exakt das, was herauskommen würde, wenn man einen amerikanischen Regisseur beauftragt, das zu machen, was Amerikaner für einen französischen Film halten. Vielleicht ist ja auch genau das passiert? Eine inhaltlich eigentlich unabhängige Beobachtung dazu: Wenn man einen Film über klassisches Ballett machen möchte, der nicht bloß ein Arthouse-Publikum anspricht, gibt es exakt zwei Stücke, die man als Folie heranziehen kann, und die sind dann auch noch beide vom selben Komponisten. Das logische Sequel zu »Black Swan« wäre dann was? »White Mouse«? »Acid Fairy«?

besichtigt:
Mathematikum Gießen: Ein schönes Gebäude, einige ganz spannende Exponate, kaum thematisch gegliedert, aber wirklich eine gute Idee. Ich würde mich freuen, wenn die in das seit Jahren leerstehende alte Postgebäude daneben expandieren würden.

Montag, 21. Februar 2011

and now for something

  1. Steely Dan, »a group who served as the house band for every 1978 West Coast singles bar despite being more lyrically subversive than the Sex Pistols and the Clash combined« (Chuck Klosterman), lieferten die musikalische Untermalung zum Diner beim Winterball der Stiftung der Deutschen Wirtschaft. Höchst amüsant - die Leute hören das glattgebügelte jazzige Dahingeplätscher und merken nicht, dass es da beispielsweise gerade darum geht, wie jemand seine 16jährige Cousine flachlegen möchte, oder dass sich jemand mit einer Kiste Dynamit irgendwo verschanzt hat und sich nicht lebend schnappen lassen wird.
  2. Der Bahnhof Berlin Südkreuz, neben dem ich jetzt ein paar Tage wohne, ist (zumindest von innen) architektonisch absolut überzeugend. Das habe ich zwar früher schon gedacht, aber je öfter ich durch die Halle gehe, desto beeindruckender finde ich den Bau.
  3. Mit einem Gasherd kochen ist eine große Umstellung.

Mittwoch, 2. Februar 2011

marburg update

Es gibt wieder Neues von der Marburger Stadtentwicklung:
  • Mittlerweile sind alle drei Teile der Bahnhofsentwicklung (Umbau der Bahnsteige und Zuwegungen, Umbau des Empfangsgebäudes, Umgestaltung des Umfeldes) im Gange.
  • Das Hülsenhaus wird tatsächlich für knapp fünf Millionen Euro saniert, es stehen schon Container mit Altmöbeln in der Zufahrt.
  • Mit einer Erweiterung des Sanierungsgebietes Nordstadt möchte die Stadt ermöglichen, dass auch das ehemalige Verwaltungsgebäude des Gaswerks (heute Proberäume) und das selbstverwaltete Wohnprojekt Bettenhaus demnächst anfangen können zu renovieren.
  • In einem Hinterhof in der Biegenstraße entsteht mal wieder ein neues Mehrfamilienhaus, diesmal unter vielleicht nicht gerade erheblichem, aber doch bemerkbarem Protest.
  • Der Ideenwettbewerb für die Umgestaltung des Rudolphsplatzes ist mittlerweile mit 190.000 Euro im Haushalt angesetzt und soll stattgefunden haben, bis die lange überfällige Sanierung der Weidenhäuser Brücke, die mit dem Umbau des Platzes logischerweise eine Einheit bilden muss, anfängt. Die Brücke soll nicht nur neu abgedichtet werden, es sollen auch Sandsteinzierrate wieder hergestellt und die potthässlichen Rohre, die man an sie angehängt hat, abgebaut werden. Vor allem aber wird man auf der von Weidenhausen aus gesehen rechten Seite einen Fußweg hinzufügen und damit ein ständiges Ärgernis für alle Fußgänger in der Innenstadt beseitigen.
  • Der Hermann-Cohen-Weg, also der obere Uferweg zwischen Unterführung zur Phil-Fak und Mensa (vulgo "Catwalk") wird derzeit grundhaft erneuert und verbreitert. Derzeit ist erst einmal nur ein schmaler Streifen mit wassergebundener Decke, Lampenmasten und Pflastereinfassung fertig; ich vermute, dass dieser, wenn der Hauptweg fertig gepflastert ist, ein Grünstreifen werden soll, denn als Radweg wäre er wegen Breite und Masten unbrauchbar.
  • Die rechte Seite des berühmt-berüchtigten ranzigen Durchgangs von der Bahnhofstraße zum Parkplatz des Edeka Rosenstraße ist eingerüstet und es besteht begründete Hoffnung, dass dieser Ort nach Abschluss der Bauarbeiten etwas weniger hässlich sein könnte als vorher.
  • Diverse Werkstatthallen und sonstige Gebäude des ehemaligen Autohauses an der Ecke Neue Kasseler Straße / August-Bebel-Straße wurde in den letzten Wochen vollständig abgerissen, inklusive Herausreißen der Grundmauern. Mir sind noch keine Pläne für eine Neubebauung bekannt.

Dienstag, 11. Januar 2011

reconstruction

Die böse Gentrifizierung der Nordstadt schreitet unerbittlich voran: Das Bordell eine Querstraße weiter hat geschlossen und mittlerweile sind die Handwerker darin zugange, sicher um luxuriöse Eigentumswohnungen einzurichten. Beim leerstehenden Autohaus gegenüber steht gar schweres Abrissgerät auf dem Hof. Was dort wohl entstehen wird? Eine Gated Community? Oder gleich Galéries Lafayette?

Montag, 3. Januar 2011

alles im rahmen

Ich habe bei meinem Sonntagsspaziergang zum ersten Mal den neuen Hirsefeldsteg überquert. »Steg« kann man die neue Brücke eigentlich gar nicht nennen, die Breite ist viel größer als es mir während des Baus erschien. Es herrschte ein derartig reger Kinderwagenverkehr, dass man sich bereits jetzt fragen kann, wie man mit dem alten Steg überhaupt klargekommen ist.
Architektonisch ist die Brücke gelungen: die breiten Bretter auf den Brüstungen, auf die man sich nun lehnen kann, um die Stadt oder den hier besonders schönen Fluss zu bewundern, die Holzrahmen, die mit den schrägen Abspannungen eine Reminiszenz an das Sprengwerk der alten Brücke bilden, und der Bodenbelag aus Holzbohlen lassen das Stahlbauwerk geradezu »unstählern« erscheinen, nur die Handläufe aus glänzendem Edelstahl machen einen etwas deplatzierten Eindruck. Die Brüstung ist interessanterweise nicht mit Glas ausgefüllt, wie es meines Wissens ursprünglich sein sollte, sondern mit einem dichten und elastischen, aber ziemlich transparenten Spiralgewebe aus Stahl, das ich so noch nie bewusst gesehen habe.
Alles in allem ein überzeugender Ersatzneubau. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation am anderen Ufer verändert, wenn die Jugendherberge umbaut und ein neuer Abschnitt des Trojedamms entsprechend umgestaltet wird.
In Marburg bleibt, wie man sieht, auch weiterhin kein Stein auf dem anderen.