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Montag, 19. Dezember 2011

phänomenologischer zwischenfall

Heute habe ich Natascha getroffen und war mit ihr »was trinken«, wie man so schön sagt; in meinem Fall habe ich einen Chai-Tee bestellt, weil ich keinen Kaffee wollte, es für Glühwein zu früh war und der schwarze Tee in der Gastronomie erfahrungsgemäß meistens mies ist. Das Getränk wurde vor mich hingestellt, während ich wegsah; da war eine große Untertasse und darauf eine Tasse, die so stand, dass ich den Henkel nicht sehen konnte. Automatisch drehte ich die Tasse mit der linken Hand, um zu sehen, wo der Henkel war, und ihn gleichzeitig quasi in die bereits zum Greifen bereitgehaltene rechte Hand hinein zu drehen.
Da war kein Henkel. Die Tasse war rotationssymmetrisch und mithin ein Becher. Diese Art von kognitivem Ins-Leere-Treten ist wahrscheinlich das, was der späte Peirce unter Abduktion versteht.
Unpraktisch war das Ding übrigens auch noch - wie soll man denn aus einem henkellosen Steingutbecher vernünftig etwas Heißes trinken können?

Sonntag, 18. Dezember 2011

muddy waters

Ich habe jetzt ein eigenes Büro, darin eine nagelneue Teemaschine und ein nagelneuer iMac. Und noch optimistisch gerechnet sechs Tage, um das erste Kapitel meiner Dissertation fertigzustellen. Mein Zimmer und das Prellblog werden zusehends vernachlässigt; der linke große Zeh ist etwas ramponiert und hier liegt ein Paar Fahrradschuhe herum, die ich immer noch nicht ausprobiert habe.
Ansonsten kann ich mittlerweile schon halbwegs brauchbar obligat Orgel spielen, wenn auch nur ganz langsam und unter derartiger Anstrengung, dass ich alle vier Takte das Gefühl habe, mich erst mal fünf Minuten hinlegen zu müssen.

Dienstag, 17. Mai 2011

grünfutter

Der neue schwarze Tee aus dem Teeladen (Assam Kondoli) riecht aus der Tüte ein bisschen nach Heu und Silage. Letztlich kein Wunder, alles nur fermentierte Pflanzenteile.